Nachschub ist da!

Nachschub ist da!

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Liebe Freunde der echten Bourbon-Vanille,

die beste Nachricht gleich zu Beginn: nachdem unsere Best├Ąnde kurz nach Weihnachten ratz fatz leergefegt waren (Danke ­čÖĆ) haben wir uns direkt ins Zeug gelegt, Nachschub zu organisieren, damit Ihr nicht auf dem Trockenen sitzt und weiterhin in den Genuss der besten Vanille der Welt kommen k├Ânnt. Doch der Weg der Vanille war abenteuerlich und voller Unvorhersehbarkeiten. Heute wollen wir den Weg aus Perspektive unserer Schoten begleiten.

Etwa zwei Wochen, bevor die Vanille losgeschickt wurde, gab es im Norden Madagaskars einen Zyklon. Als Zyklon werden in der Meteorologie die tropischen Wirbelstürme im Indischen Ozean und im Südpazifik bezeichnet, also das Äquivalent zum Hurrikan in Nordamerika.

In den vergangenen Jahren haben Zyklone immer wieder Vanilleplantagen zerst├Ârt. Da es nach dem Anpflanzen vier Jahre dauert, bis zum ersten Mal Vanilleschoten geerntet werden k├Ânnen, haben Zyklone gro├če Auswirkungen auf die Erntemenge und waren mitverantwortlich f├╝r den Starken Preisanstieg seit 2014.

Da wir nat├╝rlich in Sorge um die Familie waren, waren wir im st├Ąndigen Austausch zur aktuellen Lage. Gl├╝cklicherweise waren die Auswirkungen gering, es kamen keine Menschen zu schaden und auch die Vanillepflanzen haben den Tropensturm gut ├╝berstanden. Nach den Aufr├Ąum-Arbeiten konnte es also an die Vorbereitung unserer Bestellung gehen.

Die bescheidene Menge, die wir importieren, kommt per Luftfracht (├╝brigens: damit ihr Euch ├╝ber Euren CO2-Fu├čabdruck keine Sorgen machen m├╝sst, „offsetten“ wir das entstandene CO2 ├╝ber die Kooperation mit dem Baumpflanzprojekt, sodass wir klimaneutral arbeiten k├Ânnen). Das ist auch gut so, da die Ware sonst mehrere Monate auf See unterwegs w├Ąre und die Seerouten aus Madagaskar nach Deutschland entweder an der S├╝dspitze Afrikas vorbei (also zu weit) oder am Horn von Afrika durch Piratengebiet (also zu gef├Ąhrlich) f├╝hren w├╝rden. Einen Landweg gibt es nicht – Madagaskar ist die viertgr├Â├čte Insel der Welt.

Die Vanille erreicht uns also ├╝ber mehrere Stationen: Die Reise starten im Norden Madagaskars, in der Welthauptstadt der Vanille, Antalaha. Von dort macht sich unsere Vanille auf den Weg durch den Madagassischen Dschungel, vorbei an neugierigen Lemuren und Cham├Ąleons, in die Hauptstadt Antananarivo. Dort werden unsere Kartons ins Flugzeug verladen. Da es keine direkte Flugverbindung aus Madagaskar nach Deutschland gibt, machen sich unsere Schoten zun├Ąchst auf den Weg nach Istanbul, von wo aus sie in ein Flugzeug nach Frankfurt umgeladen werden. Erst, nachdem der Zoll die Ware untersucht hat, gilt sie als in Deutschland eingef├╝hrt. Doch auch hier sind sie noch nicht am Ziel angekommen: Da wir vor einiger Zeit umgezogen sind, haben die duftenden Stangen noch einige Kilometer Autobahn in den S├╝den Deutschlands an den Kaiserstuhl, direkt in Sichtweite der franz├Âsischen Grenze, vor sich.

Um sicherzustellen, dass die Vanille wohlbehalten bei uns ankommt, sind viele Akteure und komplexe Prozesse involviert. Wir holen uns hierf├╝r Unterst├╝tzung von einem professionellen Dienstleister f├╝r Lebensmittel-Logistik. Doch obwohl hier Profis am Werk sind, kann einiges schief gehen, wie wir dieses Mal schmerzhaft feststellen musste.

Unsere Schoten sind n├Ąmlich verloren gegangen! Gleich zwei Mal w├Ąhrend der langen Reise galten unsere Vanilleschoten als „missing“, das hei├čt, das zwei Mal wusste keiner der vielen involvierten Akteuere, wo sich unsere kostbare Fracht befindet. Es ist kein Geheimnis, dass wir hier ein sehr hochpreisiges Produkt bewegen, und dass f├╝r uns als kleines Unternehmen der Verlust einer Lieferung existenzbedrohend w├Ąre: Zwar w├Ąre die Bezahlung der Bauern und Produzenten, also unserer Familie in Madagaskar, durch die Versicherung abgedeckt, allerdings kann nicht einfach zus├Ątzliche Vanille geliefert werden, also h├Ątte ein Verlust der Ware f├╝r uns den kompletten Wegfall des Umsatzes bis zur Ernte 2021, also bis Oktober/November diesen Jahres bedeutet.

Man kann sich also leicht vorstellen, wie sorgenvoll wir beide Male waren, als wir die schlechte Nachricht(en) ├╝bermittelt bekommen haben. Dementsprechend frenetisch viel auch unser Freudentanz aus, als die Vanille wieder gefunden wurde. Gerade in solchen Extremsituationen ist es doch gut, wenn Profis am Werk sind, die einen k├╝hlen Kopf bewahren und wissen, was zu tun ist.